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Bandnewcomer 98
Endausscheidung
14.3.98 Aula Denzlingen

Mit:

Tollhaus
Blister
Peak District
Sea Of Blossom
Cage Of Unrest


Insgesamt 400 ZuschauerInnen hat Denzlingens erster Bandnewcomerwettbewerb in die Aula gelockt.

Eine professionelle Demo CD (3TageStudio) aufgenommen in den Take ONE Studios Freiburg gewannen  Cage of Unrest

Einen Auftritt im Jazzhaus gewannen   Peak District

Einen Livemitschnitt mit Nachbearbeitung und Mastering von den Take ONE Studios Freiburg gewannen Tollhaus

Newcomerwettbewerb in Denzlingen vor 400 Besuchern mit "Cage of unrest", "Blister" und
"Sea of blossom"

Gepeitscht vom derben Synthic-Power-Trash

DENZLINGEN. Die Spannung steigt in der Aula des Bildungszentrums: Welche Band hat den "1. Newcomerwettbewerb", veranstaltet von "ROCCAfé" und "Aktion Jugendzentrum" gewonnen? Kurz vor 1 Uhr ist es Samstagnacht dann endlich soweit. Sieger ist.........

Drehen wir die Uhr fünf Stunden zurück. Das "Tatort-Intro" durchschneidet das Stimmengewirr. Norbert Schöler ("Stefan") und Gudrun Kaufmes ("Harry") - beide vom Freiburger Theater Lichterloh- entern als Undercover-Agenten im schwarzen Outfit die Bühne. Sie überwachen - sprich: moderieren - die "Anhörung der fünf bekanntesten Kulturverbrecherbanden". Stefan: "Laßt uns gemeinsam ein gerechtes Urteil sprechen". Die über 400 Besucher können per Zettel den Sieger mitbestimmen. Als Anreiz werden Regiokarten verlost.

Die eigentliche Jury besteht aus fünf Experten: Beate Sänger (singt bei "Sextanten"), Attila Czirjak (Firma "United Minorities"), Robert Scheidel ("Delta Music"), Martin Feser (Jugendgemeinderat) und Matthias Ambs ("Cat Studios").

Mit knackigem, unkompliziertem Deutsch-Rock startet die Freiburger Band "Tollhaus" durch. Der ungebändigte Bewegungs- und Spieltrieb funkt leicht auf die Leute über, hier und da wird mitgewippt. Die Musiker puschen sich gegenseitig hoch. Sänger Thomas Roder hat eine markige Stimme, Typ: sanftes Reibeisen. "Ihr könnt gerne nach vorne kommen", fordert er das Publikum auf. Am Ende entern sie Platz zwei (?? richtig: drei, Anm. von ROCCAfé) in der Wertung. Schmusesong, Rotlicht, ein einsames Feuerzeug flammt auf - und schon ist die halbe Stunde vorbei, die jede Band hat, um Zuschauer und Jury zu überzeugen.

Erst schleppend, dann immer schneller hämmert "Suchtpotential Ska" (Stefan) durch die Aula. Die junge Emmendinger Band "Blister" zeigt, was sie so drauf hat. Vor der Bühne wird es langsam voll, es wird getanzt, gepogt, die Party kommt in Gang. Kein Wunder: Fun pur verströmen die vier Bläser, die sich, wenn sie nicht gerade spielen, am Showtanz versuchen. Sänger Severin Armbruster gibt sich lässig, und alle zusammen bringen ihre Musik frech rüber. Da mußte einfach eine Zugabe her. Am Schluß erreichen sie aber nur Platz vier - was so manchen Fan der Band wurmte.

Funky Retro Disco-Jazz nennen die Freiburger "Peak District" ihre Musik. Wohltemperiert, mit dem gewissen anziehenden Maß an Körpereinsatz gibt sich Blickfang Mariella Puglisi, während ihr sattes, dunkles Timbre mit viel Feeling ertönt. Wohltemperiert und mit teils fettem Bläsereinsatz ist die Musik, die die sechs Jungs mit viel Spielfreude rüberbringen. Spielen sie wirklich erst eine Woche zusammen? Ohrenbetäubendes Gepfeife und Beifall und eine stolzer dritter (?? richtig: zweiter, Anm. von ROCCAfé) Platz für "Peak District".

Volles Kontrastprogramm blüht bei "Sea of blossom" aus Herbolzheim. Grunge in der guten "Nirvana"- Tradition holen sie aus ihren Klampfen und dröhnenden Drums. Gitarrist und Sänger Christoph Oesterle singt fast wie Kurt Cobain. Eine sehr junge Band mit großem Potential - der es diesmal leider nur zu Platz fünf reichte.

Die letzten werden die ersten sein: die Sieger des Abends bei Jury und Publikum ist "Cage of unrest" aus Endingen. Und fürwahr, Unruhe verbreiten sie. Von Anfang an. Jubelnd, pfeifend und hüpfend werden sie empfangen, eine große "Cage of unrest" - Fahne wird ausgerollt. Hände recken sich in die Höhe, und viele bangen von Beginn an mit, im Takt des Synthic- Power-Trash. Sänger Marek Meder, satanisch grinsend, hat das tiefe Trash-Geröhre voll drauf: "Ihr seid sicher dem Herzinfarkt nahe?", grölt er den Fans entgegen: "Das paßt zum nächsten Stück: Angina Pectoris, A.P." Patrick Ehret biegt sein Keyboard wie ein Besessener hin und her. Ein Knall, ein blendender Blitz - schnell, derb und gnadenlos gut ist "Cage of unrest". Peitschende Gitarren und Drums reißen die Menge vor der Bühne mit.

Die Sieger entscheiden sich für eine dreitägige Demo - CD - Produktion im Studio "Take One". "Tollhaus" wollen einen Live-Mitschnitt mit Nachbearbeitung im Studio. Für "Peak District" bleibt der Auftritt im Freiburger Jazzhaus.

Allgemiener Tenor: Die Besucher hatten einen geilen Abend. Wann kommt der "2. Newcomerwettbewerb"?

Badische Zeitung vom 18.03.98 (Anja Rolfes)

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