roccafé

aktuell

Der Gemeinderat beschloss am 11.03.2003 unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit der Mehrheit seiner Stimmen, dass im ROCCA-Gebäude kein vollkonzessionierter Cafébetrieb stattfinden wird. Dieser Beschluss wurde am 08.04.2003 veröffentlicht.

Der Vorstand des bisher als Betreiber des Cafés vorgesehenen roccafé e.V. nimmt hierzu wie folgt Stellung:

Wir sind als Verein von diesem Beschluss nicht nur „nicht erfreut“, sondern als Verein in seinen Grundfesten erschüttert. Wir sind vor allem verärgert und frustriert. Und das liegt an der Chronologie der Ereignisse:
Im Juli 1996 wurde roccafé e.V. mit dem Satzungsziel gegründet, auf dem ROCCA-Gelände bei der Entstehung und dem Betrieb eines vielseitigen Kulturzentrums mitzuwirken. Mit „Exilveranstaltungen“ wurde der Verein bekannt und wuchs schnell auf heute ca. 200 Mitglieder. Parallel hierzu wurde seit 1996 an einem Nutzungskonzept gearbeitet. Von Anfang an war dabei der Betrieb eines Kulturcafés Bestandteil des Konzepts.

Am 21.09.1999 beschloss der Gemeinderat, Räumlichkeiten für eine Zwischennutzung freizugeben und ermöglichte damit die erste größere Veranstaltung in der ROCCA, Silvester 1999/2000, veranstaltet von roccafé. Am 30.10.2000 übergab roccafé der Gemeinde einen Nutzungsantrag für das ROCCA-Gelände, in dem Kulturcafé im EG und Veranstaltungsraum im OG wieder enthalten waren.

Am 12.12.2000 fasste der Gemeinderat mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss, die ehemalige Fabrik im EG durch die Gemeindebibliothek und ein Kulturcafé zu belegen. Im OG sollte ein Veranstaltungsraum entstehen und das Inselhaus erhalten werden. Am 14.05.2002 wurde dann im Gemeinderat der Beschluss gefasst, dass roccafé e.V. das Kulturcafé betreiben solle und die Verwaltung wurde beauftragt, mit roccafé einen Nutzungsvertrag auszuhandeln.

Daraufhin traten wir sofort mit der Gemeinde in Vertragsverhandlungen. Am 25.02.2003 wurde der zwischen Gemeindeverwaltung und roccafé ausgehandelte Vertragsentwurf und das dahinter stehende Konzept in nichtöffentlicher Sitzung und in Anwesenheit von zwei roccafé-Beauftragten im Gemeinderat diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt war eine Ablehnung des Gesamtkonzepts durch eine Gemeinderatsmehrheit kein Thema.

Am 11.03.2003 jedoch wurde dieses Konzept in nichtöffentlicher Sitzung durch eine Gemeinderatsmehrheit wieder gekippt. Der praktisch unterschriftsreife Vertrag ist somit hinfällig. Binnen zwei Wochen wurde damit - ohne vorherige entsprechende Anzeichen - das, worauf der Verein mit seinen Mitgliedern sieben Jahre lang hingearbeitet hat und darin auch u.a. von Gemeinderatsbeschlüssen bestärkt wurde, zur Makulatur. Es soll nur noch ein eingeschränkter Cafeteria-Betrieb möglich sein.

Dies hat bei uns verständlicherweise mehr ausgelöst, als nur das Gefühl „nicht erfreut“ zu sein.

Innerhalb des Vereins werden deshalb zur Zeit alle möglichen Optionen diskutiert. Hierbei werden wir auch weiterhin Gespräche mit der Gemeinde führen. In Anbetracht der völlig veränderten Situation und Sachlage, für die bisher von keiner Seite ein Konzept vorliegt, werden diese Gespräche jedoch ergebnisoffen geführt.

Der Vorstand von roccafé e.V.