roccafé |
BZ vom 22.03.04 |
Bald Betrieb in der Rocca
Das Roccafé in der früheren Fabrik in Denzlingen eröffnet am 1. Mai
Entgegen den ursprünglichen Wünschen des Roccafé-Vereins wurde der Betrieb des Kulturcafés nicht vollkonzessioniert gestattet, erklärt Bürgermeister Fischer zur Betriebsform des Cafés. "Wir haben uns schwer damit getan", erklärt Wibke Cramer für den Verein. Man werde schauen müssen, wie praktikabel der Kompromiss ist. Der Café-Barbetrieb werde von Angestellten übernommen. "Dies ehrenamtlich zu machen ist nicht seriös und wurde von uns nie angestrebt", erklärt Stefan Jung für die Kulturinitiative.
Auf lange Sicht habe dies auch für die Gemeinde keinen Sinn gemacht, ergänzt Lothar Fischer, der vor allem die Verlässlichkeit für die verpachtende Kommune als Argument anführt. Die Gemeinde wolle eine langfristige und zuverlässige Lösung für den Betrieb in ihren Haus. Ergänzend zum Betriebsleiter sind für den Verein Jobber - Schüler und Studenten - denkbar.
Mindestens 55 Plätze sind im Café vorgesehen. "Der von uns konsultierte Gutachter meinte, es sollten 65 sein", erklärt Wibke Cramer. Das Kulturcafé soll werktags von 17 Uhr an, an Samstagen, Sonn- und Feiertags von 14 Uhr an geöffnet haben. Auch einen Außenbereich, zur Glotter hin, soll eingerichtet werden. Wunsch der Gemeinde ist es, dass die Caféräume als Leseräume der Mediathek auch dann offen sind, wenn das Café nicht geöffnet ist. Café und Mediathek haben montags gemeinsam Ruhetag.
Seit der Roccafé-Verein 1996 gründet wurde, verfolgt diese Gruppe annähernd unverändert das Ziel, die Rocca als Kulturstätte mit Café zu betreiben. "Trotz mancher Rückschläge und Enttäuschungen wurde das Ziel nicht aus den Augen verloren oder gar aufgegeben" , erklärt Stefan Jung. Dies spreche für die Menschen, die dahinter stehen, so Bürgermeister Fischer. Der Roccafé-Verein hat gut 200 Mitglieder, einen festen Helferstamm und wird von einem siebenköpfigen Vorstandteam geführt.
Das Großinventar wird von der Gemeinde bereitgestellt, doch bereits bei der Gestaltung der Theke ist der Verein beteiligt, nachdem auch bei den Abbrucharbeiten kräftig zugelangt worden war. "Ein Denzlinger Schlosser gestaltet und fertigt uns die Barhocker", so Stefan Jung. Das Kleininventar für den Cafébetrieb muss der Verein selbst stellen. Rund 100 Gästen bietet der Veranstaltungsraum im Obergeschoss des alten Fabrikgebäudes künftig Platz.
Platz für 100 Gäste
Er wird von allen Vereinen genutzt werden können, das Nutzungsentgelt orientiert sich an dem des kleinen Saals im Kultur- und Bürgerhaus und wird, so der Beschluss des Gemeinderats am Dienstag, 50 Euro betragen. Sowohl Veranstaltungen als auch Proben sind im Obergeschoss vorstellbar. Für eine Minimalbewirtung stehe eine kleine Spüle und ein Kühlschrank zur Verfügung. "Eine Vereinsküche haben wir im KuB eingerichtet, die braucht es hier nicht", erklärt Fischer. Wenn mehr gewünscht werde, sei denkbar, dass sich die Veranstalter zur Bewirtung mit dem Pächter des Kulturcafés verhandeln.
Die technische Ausstattung des Veranstaltungsraumes ist bescheiden gehalten. Eine Schweinwerferschiene ist mit zwei Scheinwerfern bestückt und bietet Möglichkeiten, weitere Technik der Künstler aufzunehmen. Kabel sind so verlegt, dass sich zahlreiche Möglichkeiten bieten. Vorgesehen sind zwei Steuerplätze, auch für die fest installierten Lautsprecher. "Unter der mit 45 Quadratmetern recht großen Bühne werden rollbare, abschließbare Schubkästen eingebaut, die als Lagerraum genutzt werden können", erklärt Fischer. Vergeben wird der Raum durch die Gemeinde, erklärt Hauptamtsleiter Lars Brügner. Für private Nutzer steht er nicht zur Verfügung