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ROCCAfé goes Transilvania

ROCCAfé mit einem alternativen Advents-Event - Denzlinger Vampire tanzen mit Biß

ROCCAfé im Exil? Ohne auf die Gefahren hinzuweisen, stand auf dem Kohlerhofareal am Sonntag ein Hinweisschild auf den jüngsten der Kulturvereine. Arglos folgten etwa 70 Besucher dem Wegweiser, doch schon an der Eingangstür eines noch unfertigen Geschäftsraumes erwartete sie ein Bild des Grauens.

DraculaEin bleicher Geselle mit glitzerndem Umhang öffnete die Tür und sprach undeutlich durch seine übergroßen Zähne eine scheinheilige Begrüßungsformel. "ROCCAfé goes Transilvanien", lautete das Motto, doch statt rumänischer Folklore hatten die sieben Vorstandsmitglieder nur Schreckliches vorbereitet.

Ein kleines Mißgeschick bei einem Vereinsausflug nach Rumänien habe das Team ereilt, erklärte Matthias Nübling, entsprechend hatten die Vereinsmitglieder den Raum ausgestattet. Kerzen funzelten krumm aufgesteckt auf den Kerzenständern ihrem Ende entgegen. In kümmerlichem Licht versuchten die Besucher sich zu orientieren. Über den Tresen spannte sich eine in Spinnweben gehüllte Lichterkette, darunter brodelte in einem Topf eine rote Flüssigkeit. Nachdem aber die ersten an den Bechern genippt hatten, stellten sie fest, daß da keineswegs ein eiweißhaltiger Krafttrunk in den Gläsern klumpte, sondern nur eine wärmende Feuerzangenbowle die Lebensgeister erweckte.Dracula

Auch für Musik war gesorgt. Die Hofkapelle eines gewissen Grafen Dracula war engagiert, unter Maestro Gianluigi Durando, mit greulichem Make-up und weißer Strähne in der Künstlertolle am Cembalo intonierten die bleichen Adeptinnen Rike Uhlenhoff an der Flöte, ihre Schwester Ute am Fagott und Oboistin Carmen Kümmerle stilgerecht Werke von Bach und Telemann. Und als die letzten Töne verklungen waren, richteten sich alle Blicke auf das riesenhafte Leichentuch, das sich doch zur Beruhigung aller als schlichte Leinwand entpuppte, auf dem sich die wirklich gefährlichen Ungeheuer beim "Tanz der Vampire" tummelten.

Dracula
Badische Zeitung vom 23.12.1997 von Peter Schwab