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Junger Denzlinger Verein geht an die Öffentlichkeit: Premiere seines "Exilprogramms"
ROCCAfé mit "Kunst in der Provinz"
| DENZLINGEN.
Passender hätte der Film, der vor dem Weihnachtsfest zur Wiederbelebung
der Denzlinger Kinoszene gezeigt wurde, nicht gewählt werden können:
Mit "Cinema Paradieso", der Liebeserklärung an ein Lichtspieltheater
in der italienischen Provinz, feierte der ROCCAfé-Verein öffentlich
Premiere seines Exilprogramms. Ziel ist es, keinesfalls die Kopie des
industriellen Kulturbetriebs oder provinzielle Kunst zu zeigen. Vielmehr
"große Kunst in der
Provinz".
Die Wiederaufnahme des Kinobetriebs im ehemaligen Denzlinger Lichtspieltheater wurde aber nicht nur wegen der Auswahl des Films zum Erfolg. Neben dem passenden Premierestreifen verstand es das "ROCCAfé" - Team auch, rund um das Ereignis ein Programm zu bieten, das dem Anlaß gerecht wurde. So wurde jedem der rund 50 Premierengäste ein Aperitif gereicht. |
Alternativ
auch alkoholfrei. Wirt "Lino" hatte eigens eine vegetarische "Premieren-Pizza"
kreiert.Nicht vergleichbar war zwar der Blick auf die Leinwand mit dem anderer
Kinos, doch die außergewöhnliche Stimmung - bis hin zum Rattern
des Profektors und den mehrfachen Pausen zum Filmwechseln - machten alles
wett.
Einziger Wermutstropfen war, daß die rauchenden Besucher der Aufforderung, dieses einzuschränken, nur halbherzig nachkamen. Bleibt zu hoffen, daß bei zukünftigen Exilveranstaltungen mehr Vernunft einkehrt. Darüber hinaus haben die Veranstalter schon bei ihrer Premiere aufgezeigt, wie aus der ROCCA- Fabrik ein kulturelles Zentrum werden könnte, wenn der Verein an einem kulturellen Nutzungskonzept beteiligt werden soll. "Hier sind nicht Traumtänzer am Werk, sondern fundiert arbeitende Bürger", so einer der Premierenbesucher anerkennend. Doch rechne das "ROCCAfé" mit der Mithilfe vieler treuer Unterstützer, um dem kulturellen Leben Denzlingens noch manches zu bieten, so Vorsitzender (?? wir freuen uns, daß unsere Organisationstruktur noch geheim bleibt, ROCCAfé) Nübling. |
Badische Zeitung vom 27.12.96 (M. Zimmermann-Dürkop)