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Eine Initiative junger Denzlinger will den Ortskern und die ROCCA mit Kultur beleben
"ROCCAfé" will kulturelle Sahne
"ROCCAfé" nennt sich ein neu gegründeter Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Gelände der ROCCA im Ortskern künftig kulturell zu nutzen. Zu den sieben jungen, |
aber keineswegs mehr jugendlichen Initiatoren, die den Verein am 12. Juli gegründet hatten, sind mittlerweile weiter Interessenten dazugestoßen, so daß der ROCCAfé-Verein nun 50 Mitglieder zählt. |
| Ziel
des Vereins sei es, möglichst früh bei der Gestaltung eines
vielseitigen Kulturzentrums mitwirken und sich dann auch beim Betrieb
aktiv zu beteiligen, erklärt Wibke Cramer, die bereits Anfang der 80er
Jahre beim Denzlinger Blues & Jazz Club Erfahrungen in dieser Arbeit
sammelte.
Es sei immer schwierig, "den richtigen Zeitpunkt für den Start einer solchen Initiative zu finden", betont Matthias Nübling im Hinblick darauf, daß erst dieser Tage das ROCCA- Gelände von der Gemeinde gekauft wurde, aber frühestens in zwei bis drei Jahren zur Verfügung stehen kann. Andererseits wollten die Initiatoren nicht die Zeit verpassen. Fertige Pläne könnten dann verhindern, daß verschiedene Ideen nicht mehr umgesetzt werden können. Die ROCCAfé-Mitglieder sehen ihre Aufgabe jedoch nicht nur in der planerischen Phase. Mit eigenen Initiativen und Veranstaltungen wollen sie ihren Teil dazu beitragen, das zukünftige Kulturzentrum mit Leben zu füllen. |
Zusätzlich besteht auch die Bereitschaft, mehr als nur für einzelne Teile die Verantwortung zu übernehmen. Stefan Jung, der bereits beim Freiburger Zeltmusik-Festival Hintergrunderfahrungen sammelte, könnte sich durchaus vorstellen, daß der Verein die Koordination der Gesamtnutzung übernimmt. Erfahrungen in der Kulturorganisation bringt auch Thomas Nübling mit ein, denn er war Mitglied der Denzlinger Musikerinitiative. Bei dem Gedanken, dieses Areal kulturell zu nutzen, lehnen sich die Initiatoren an bestehende Initiativen an. "Wir haben gesehen, daß es solche Einrichtungen in vielen Gemeinden gibt und sich diese auch tragen", betonen Stefan Jung und Jochen Jundt. Darüber hinaus sei mit der kulturellen Belebung der ROCCA auch nach den Ladenöffnungszeiten noch Leben im Ortszentrum, so Matthias Nübling. Die Räume selbst kennen die ROCCAfé´ler nur von außen. Auf eine Anfrage. |
ob
diese besichtigt werden könnten, habe der Geschäftsführer
zurückhaltend reagiert, erklärt Stefan Jung.
Wegen den damals noch laufenden Verkaufsverhandlungen hätten die Mitglieder dafür auch Verständnis. Im Groben sei aber klar, daß bei einer "anständigen Renovierung" hier eine Substanz vorhanden sei, die jede sterile Schulhalle in den Schatten stelle, meint Wibke Cramer. Vorstellen will sich der Verein am Donnerstag, 10.10.1996, im "Belvedere". Von 20 Uhr an sind Interessierte eingeladen, sich die Vereinspläne anzuhören und vor allem eigene Ideen beizusteuern. Die Veranstaltung soll eine Ideenbörse sein. Ein Nutzungskonzept solle möglichst vielen Ideen unter einen Hut bringen. Erwartet würden auch die Bürgermeisterkandidaten, weil deren Einstellung zu der "kulturellen Weichenstellung", so Wibke Cramer, auch von Interesse sei. Doch soll die Veranstaltung nicht zu einer "Elefantenrunde" oder gar Wahlkampfveranstaltung werden.
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Badische Zeitung vom 26.09.1996, von Markus Zimmermann-Dürkop